Neuer Streit um beschlossenen Standort

Bezirksausschuss diskutiert Supermarkt-Ansiedlung

Von Ellen Draxel(©)

Die Diskussion um den Standort eines Supermarktes für das Neubaugebiet am Ackermannbogen scheint wieder aufzuleben. Der Bezirksausschuss 4 (Schwabing-West) sprach sich in seiner jüngsten Sitzung mehrheitlich dafür aus, den Antrag von Matthias Wanckel aus der Bürgerversammlung zu unterstützen und erneut zu fordern, den Vollsortimenter „wohnverträglich” bis maximal 1000 Quadratmeter Verkaufsfläche in der Quartiersmitte zu platzieren.

Alle seit Jahren heiß debattierten Argumente wurden damit wieder in den Ring geworfen – vor allem, dass der Platz im Zentrum viel sinnvoller sei, weil er von allen Seiten fußläufig erreichbar wäre, gerade für Senioren und Anwohner, die im nördlichen Teil des Ackermannbogens wohnten. Aber auch, dass die vom Stadtrat im Juli vergangenen Jahres beschlossene Situierung eines 1500 Quadratmeter großen Supermarktes an der Schwere-Reiter-Straße dagegen – dem sogenannten Standort Süd – noch mehr Autoverkehr anziehen würde, mehr als 50 Parkplätze benötige und den kleineren Läden in der Umgebung Konkurrenz machen könnte.

„Wenn wir jetzt die Chance haben, das Ganze noch einmal aufzurollen, dann sollten wir das nutzen”, insistierte Markus Meiler (CSU), der selbst in dem Viertel wohnt. Unterstützt wird er dabei sowohl von der FDP als auch von den Sozialdemokraten. „Für eine kleinere Verkaufsfläche in der Mitte benötigt man nur rund 3800 Quadratmeter Grund und zwischen 30 und 35 Stellplätzen”, rechnete der Bezirksausschussvorsitzende Walter Klein (SPD) vor. Nach wie vor unklar sei außerdem, welche Investoren und Betreiber in Frage kämen. Auch diese Frage wollen die Stadtteilpolitiker beantwortet wissen.

Einzig die Grünen plädieren nach wie vor für die Süd-Variante: „Wir haben einen Stadtratsbeschluss und es macht wenig Sinn, die gerade abgeebbte Debatte jetzt wieder aufleben zu lassen”, meinte Regina Bruder. Auch sie ist von der Thematik betroffen, lebt sie doch ebenfalls in dem Neubauviertel. Mit ihrer Argumentation folgt Bruder dem Beschlussentwurf des Planungsreferates, die Empfehlung Wanckels abzulehnen und den Bau eines Supermarktes an der Schwere-Reiter-Straße als festen Bestandteil in den Bebauungsplan für den vierten Bauabschnitt zu integrieren.

Wie auch immer die Fronten verlaufen – solange der Bebauungsplan nicht beschlossen ist, kann die Supermarkt-Frage formal nicht ad acta gelegt werden. Da könnte sogar Wanckels neuer Vorschlag noch in die Tat umgesetzt werden: den Platz im Zentrum etwas nach Westen neben den Rodelhügel zu verlagern, damit Autos gar nicht mehr durch das Wohngebiet fahren müssen.

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