Tollwood 2008: Ein Leitsystem als Schutzschild#
Nachbarn fürchten Ansturm der Tollwood-Besucher
Am 26. Juni 2008 geht es los – dann beginnt das Sommer-Tollwood-Festival auf dem Olympiagelände. Was die einen als kulturelles Highlight des Jahres einstufen, empfinden andere als Zumutung. Die anderen, das sind Anwohner aus dem Ackermannbogen, deren Viertel in den vergangenen Jahren regelmäßig im Verkehrschaos zu versinken drohte. Erst kürzlich habe er beim Bon Jovi-Konzert Ende Mai wieder lehrreiche Erfahrungen mit Olympiaparkgästen gemacht, erzählte Bezirksausschuss-Mitglied und Ackermannbogen-Bewohner Markus Meiler (CSU) in der jüngsten Sitzung des Westschwabinger Stadtteilgremiums: „Von meinem Fahrrad war der Sattel abmontiert und bei meinem Nachbarn fehlte der Gummibaum.” Damit Ähnliches anlässlich des Tollwood nicht mehr geschieht, soll eine großräumige Beschilderung die Parkplatzsuchenden zur Parkharfe leiten.
Außerdem ist geplant, auf den Schildern rund um den Ackermannbogen, die auf das Tollwood hinweisen, Aufkleber für Fußgänger anzubringen: als deutlichen Wink mit dem Zaunpfahl, den Durchgang nur per pedes zu nutzen. Als dritte Initiative will man an den Zufahrtsstraßen ins Viertel Schilder mit dem Signal „Einfahrt verboten” aufstellen, kombiniert mit der Ausnahmeregelung „Anlieger frei”. „Eigentlich wäre die Sperrung der Zufahrten mit polizeilicher Kontrolle die beste Lösung gewesen”, meinte der BA-Vorsitzende Walter Klein (SPD). „Aber die Polizei hat nicht genügend personelle Kapazitäten frei.” Und so einigte man sich mit dem Kreisverwaltungsreferat auf die Version mit den Schildern – ein Versuch.
Damit die Umleitungskampagne am Tag X auch den gewünschten Erfolg bringt, plädieren die Stadtteilpolitiker nachdrücklich dafür, die Beschilderung bereits zwei Wochen vor Beginn des Festivals anzubringen.
© bei Ellen Draxel