Wen treffen wir noch in unserem Quartier?#
Idas-Bläulinge, Mauersegler und Wanderfalken Im Biotop Nr. 117 im Ackermannbogen, das vom LBV mit Unterstützung der Projektgruppe Ökologie gepflegt wird, leben neben dem Idas Bläuling geben sich weitere seltene und geschützte Pflanzen und Tiere ein Stelldichein. Dazu gehören Eichhörnchen, Kaninchen, der Singvogel Zipzalp, der weißrandige Mohrenfalter, der Ikarus-Bläuling, der kleine Feuerfalter, Roesels Beißschrecke, der gemeine Grashüpfer, der Nachtigall-Grashüpfer und die Heideschnecke. Außerdem hat der Stadtfuchs, der im letzten Winter durch's Quartier streifte und bis auf unsere Terrasse lief und mir beim Kochen zuschaute, im Biotop seinen Bau. Nicht zu vergessen die Spechte und Mauersegler, die schon seit Jahren hier im Areal zu Hause sind und sich nach der „großen Entrümpelung“ in den Wärmedämmungen der Neubauten neue Behausungen eingerichtet haben. Nun werden einige von ihnen wiederum um ihre "Wohnungen" bangen müssen, wenn im Frühjahr eine sechsstöckige Neubaufassade saniert werden soll. Beeindruckende Zeitgenossen sind auch die Wanderfalken, die von ihrem Kobel auf dem BMW-Turm aus durch die Lüfte schweben. Dorthin wurden sie vom LBV umgesiedelt, da sich der Kobel auf über 100 m am Olympiaturm für die ersten Flugversuche des Nachwuchses als nicht optimal herausgestellt hatte. Die Kleinen landeten meist unten auf der Wiese und wurden dort regelmäßig von den Krähen angegriffen.
Mein Nachbar, der Igel Im Garten an der Therese-Studer-Straße wohnte ein Igel, der in diesem Sommer in einem großen Heuhaufen eines nur sehr unregelmäßig gemähten Gartens sechs junge Igelchen zur Welt brachte. Bei der Wahl des Familiensitzes konnte die Igelfamilie jedoch nicht ahnen, dass sich aufgrund notwendiger Sanierungsarbeiten an den Neubauten erhebliche Unruhe einstellen würde. Der Heuhaufen neben der Holzterrasse war zwar gemütlich und warm, aber dann kamen die Terrassen weg, das Gerüst wurde aufgestellt und an den Wänden wurde gehämmert und gebohrt. Die Mutter lief mit ihren Jungen ziemlich verschreckt umher und die Anwohner versuchten, die verstört umherlaufenden Jungen zu ihrem Bau zurückzubringen. Ein paar Tage später verirrte sich ein kleiner Igel auch in unseren Garten und tapste an unseren Beeten und Hecken entlang. Über das Rascheln der Blätter konnten wir den Weg des Igels verfolgen und freuten uns, dass es den Igeln doch wieder gut geht. Ein paar Tag später entdeckte ich früh am Morgen ein friedlich im Gras laufendes Junges, doch als der Baulärm einsetzte, lief er direkt auf das Kiesbett der abgebauten Terrasse zu, taumelte auf den Kieselsteinen herum, kippte um und kam auf dem Rücken zu liegen. Zwar schaffte er es, wieder auf die Beinchen zu kommen, war aber sichtlich verstört, torkelte in kleinen Kreisen umher und wusste offensichtlich nicht, wo er bei dem Lärm hin sollte. Da sammelte ich ihn schweren Herzens ein und setzte ihn erst einmal in einen mit Heu und Stroh ausgelegten Meerschweinchenkäfig. Dort verkroch er sich gleich in dem Häuschen und tauchte den ganzen Tag nicht mehr auf. Erst am Abend ließ er sich kurz blicken, fraß etwas von dem Igelfutter, das wir ihm ihm hingestellt hatten, und verschwand sofort wieder in seinem Häuschen. Das wiederholte sich ein paar Mal und er wirkte geschwächt. Am 2. Tag war er dann schon etwas kräftiger, lief mehr herum und fraß auch gleich sein Tellerchen leer. So beschlossen wir, ihn am nächsten Tag raus in unseren Schrebergarten an der Ackermannstraße zu bringen. Zuerst bauten wir noch ein großes Häuschen mit innenliegendem Schlafhaus, dann siedelten wir ihn um. Nun wohnt er dort und scheint sich wohl zu fühlen, frisst jeden Tag das von uns bereitgestellte Futter, erkundet immer ein bißchen mehr vom Garten und was es dort noch alles zu fressen gibt. Und wenn wir mal später dran sind und er schon auf Erkundungstour ist, stellen wir ihm sein Tellerchen an sein Häuschen: Er kriegt es spitz, kehrt um, frisst und setzt dann seinen nächtlichen Erkundungsgang fort. Wir hoffen, dass er sich für seinen Winterschlaf genügend Reserven anfuttern konnte. Auch für die anderen Igelchen im Karrée Felix-Fechenbach-Bogen / Therese-Studer-Straße wird abends ein Tellerchen hingestellt - und auch dieses ist jeden Morgen leergefuttert. Wer weiß, wer es sich alles an dem gedeckten Tisch gemütlich macht?