Historie der Standortfrage Vollsortimenter im Ackermannbogen

Schwere-Reiter-Straße oder Mitte#

siehe auch Zeitplan 4. Bauabschnitt

Aktuell#

22.10.2008 Auf dem Kick-Off-Treffen der Projektgruppen des Ackermannbogen eV stellt Martina Günther die Initiative von Wohnungen und Ateliers auf dem Supermarkt vor.

09.10.2008 Der Standort des Supermarkts war auch "Emotionaler Höhepunkt" der Bürgerversammlung 2008

08.10.2008 Vollversammlung des Stadtrats der Landeshauptstadt München
Am späten Nachmittag beschloss die Vollversammlung des Stadtrats, daß ein Supermarkt im Zentrum mit einer Verkaufsfläche von 800-900 qm und mit Stellplätzen im Verhältnis 1:30 errichtet werden kann. Die Grünen wie die F.D.P. haben erklärt, besonders darauf achten zu wollen, daß z.B. kein Kerngebiet ausgewiesen wird, auch wollen sie an einer wohnverträglichen Ausgestaltung mitwirken.

24.09.2008 Ausschuss Stadtplanung und Bauordnung vertagt Debatte zum Supermarkt
Punkt 18: Städtebauliche Entwicklungsmaßnahme Ackermannbogen; a)Kein Vollsortimenter in der Schwere-Reiter-Straße (Ackermannbogen); Empfehlung Nr. 02-08/E 00851 der Bürgerversammlung des Stadtbezirkes 4 Schwabing-West am 09.10.2007 b)Supermarkt im Zentrum des Ackermannbogens Antrag Nr. 08-14/B 00052 des Bezirksausschusses des Stadtbezirkes 4 Schwabing-West vom 28.05.2008 weiterlesen>> RIS und BA4-Antrag>>

Im Jahr 2007#

19. Juli 07: Am gestrigen Abend hat die Vollversammlung des Stadtrats in Nicht-Öffentlicher Sitzung den neuen Standort des Vollsortimenters an der Schwere-Reiter-Straße bestätigt. Nach teilweise heftiger Diskussion ist die Entscheidung mit nur einer einzigen Stimme Mehrheit (2 SPD-Stadträte fehlten) denkbar knapp ausgegangen.
4. Juli 07: Im heutigen Planungsausschuss beschloss der Stadtrat mit den Stimmen von Bündnis 90/ Die Grünen-rosa liste, CSU und FDP, den geplanten Vollsortimenter im Neubaugebiet am Ackermannbogen im Süden an der Schweren-Reiter-Straße zu situieren.

Durch den südlichen Standort des Supermarktes wird der Einkaufsverkehr aus dem Viertel herausgehalten. Der Supermarkt mit der angegliederten Kerngebietsnutzung an der Schweren-Reiter-Straße schirmt zudem das Wohngebiet vom Straßenlärm ab, während gleichzeitig in der Mitte des Neubaugebietes eine attraktive Wohnlage entsteht.

Um urbanes Leben in das Viertel zu bringen, streben wir an, die Zufahrtsstraße, die von der Schweren-Reiter-Straße nach Norden führt und an deren Kreuzung der Supermarkt zu liegen kommt, wie eine „Marktstraße“ zu gestalten: Breite Fußgänger- und Aufenthaltsbereiche laden zum Flanieren und Verweilen ein, die Autos sollen in ihrer Geschwindigkeit gebremst werden, in der Erdgeschosszone können weitere Läden oder andere Dienstleister entstehen, es gibt Platz für einen Wochenmarkt.

Darüber hinaus entsteht in der Mitte des Neubaugebietes ein grünes Herzstück, das mit entsprechender Ausstattung und Gestaltung (z. B. Spielplatz, Café am Rand) Treffpunkt und Erholungsoase für die Bewohner/-innen des Ackermannbogens werden kann.

Der heutige Beschluss beendet einen fast einjährigen Streit um die Lage des Vollsortimenters am Ackermannbogen. Die massive Kritik am Standort inmitten des Neubauviertels - vor allem die Verkehrsbelastung und die städtebauliche nur schwer zu bewältigende Situation eines oberirdischen Parkdecks - hat zuletzt das Viertel scheinbar gespalten. Denn auch die nun beschlossene Lage an der Schwere-Reiter-Straße bringt zumindest einen Nachteil mit sich: für die ganz im Norden des Neubauqaurtiers Wohnenden entsteht ein Fußweg, der über den geforderten 600m liegt. In der Abwägung aller Argumente ist aber der Südstandort der deutlich bessere.

Zuletzt kehren wir also zum preisgekrönten Entwurf des Architekten Christian Vogel zurück, der offenbar schon vor mehr als 8 Jahren die Argumente richtig sortieren konnte und den Supermarkt im Süden situierte, eine Marktstrasse zum Zentrum hin formulierte und das Stadtviertel durch ein grünes Achsenkreuz gliederte.

Mit dem Beschluss liegt es nun an allen Beteiligten, die versprochene Qualität der Marktstrasse auch zu verwirklichen: Flaniermeile mit Autoverkehr, Platz für Märkte, womöglich als ebenengleicher Platz gestaltet, mit Bäumen, mit Gastro und vielen kleinen Läden - das sind große Pläne für eine Straße an einer Busendhaltestelle mit nahe liegendem Supermarkt. Aber es gibt Vorbilder (Freiburg Vauban, Tübingen Südstadt und Loretto, www.bewegungszonen.ch) und es gibt die funktionierenden Instrumente wie z.B. die Möglichkeit durch Baugemeinschaften, die EG-Ladenzonen zu angemessenen Preisen zu erstellen. Wenn sich der Nebel und Rauch der Entscheidungsfindung gelegt haben, werde ich zu entsprechenden Veranstaltungen einladen. Alle, die jetzt so engagiert für einen attraktiven Stadtteil gekämpft haben, werden in den nächsten Monaten und Jahren aufgefordert sein, den Ackermannbogen zu einem Erfolgsmodell für die ganze Stadt zu machen.

Der Beschluss muss nun noch die Vollversammlung am 18. Juli schadensfrei überstehen, alles andere wäre allerdings eine große Überraschung. Das Planungsreferat wird jetzt wieder in das Bebauungsplanverfahren einsteigen, am Ende dürfte eine einjährige Verzögerung durch den Konflikt entstanden sein.

Daher ist die zweite gute Nachricht eine versöhnliche: Es kann endlich weiter geplant werden und eine endgültige Bebauung des Viertels und die notwendige Nahversorgung kann endlich errichtet werden. Der Zeitplan könnte so lauten: Nach dem Sommer: neue Auslegung (wenn nötig), Billigung des B-Plans im Winter, Satzungsbeschluß und Baubeginn im kommenden Sommer.

Ein Teil dieses Beitrags ist aus der Pressemitteilung von Jens Mühlhaus, Stadtrat Bündnis 90/Die Grünen entnommen.

Zum Weiterlesen#

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