Im aktuellen Interview berichtet Julian Franke-Ruthel, Vorsitzender des Elternbeirats über seine Gespräche mit den Verantwortlichen der LH München und des Freistaat Bayern über die Verbesserung der Schulwegsicherheit für die Grundschüler am Ackermannbogen.
Der Vorsitzender des Elternbeirats Julian Franke-Ruthel setzt sich aktiv für die Verbesserung der Schulwegsicherheit der Grundschulkinder am Ackermannbogen ein.
Frage: Schon seit mehreren Jahren läuft die Diskussion um den optimalen Schulweg zu der Sprengelschule des Neubaugebietes am Ackermannbogen. Zu richtig befriedigenden Ergebnissen hat das bisher nicht geführt. Was tut sich aktuell in dieser Sache?
Der Elternbeirat führt aktiv Gespräche mit den Verantwortlichen in dieser Angelegenheit. Am 20.11.07 fand eine umfangreiche Begehung des Weges unter Beteiligung der KVR Beauftragten für Schulwegsicherheit Frau Hänsgen mit Kollegen, der stellv. Schulleitung Frau Jansen, dem Kontaktbeamten der Polzeiinspektion 43 Herr Balleng mit Kollegen sowie dem Beauftragten des Freistaates Bayern (Immobilien) Herrn Jung statt. Seitens des Elternbeirats waren Astrid Bauer, Christian Wittstatt sowie ich an der Begehung beteiligt.
Aus meiner Sicht wurden die Aktivitäten der öffentlichen Hand zur Schulwegplanung mit der Fertigstellung der Fussgängerbrücke über die Ackermannstrasse 2006 eingestellt. Immerhin hat man sich mit diesem Millionenobjekt optisch ein Denkmal gesetzt. Das heisst aber leider nicht, dass alle Probleme gelöst sind. Aus meiner Sicht gibt es einige wichtige ungelöste.
Frage: Welche wären das aus Ihrer Sicht? Und wurden diese bei der Begehung angesprochen?
Es beginnt mit der fehlenden Schulwegempfehlung und Schulwegsicherung innerhalb des Neubauviertels. Nach wie vor andauernde Bauaktivitäten haben in der Vergangenheit dazu geführt, dass der Schulweg der Kinder teilweise durch umfängliche Erdbewegungsarbeiten mit entsprechendem Maschineneinsatz geführt hat. Mit der jetzt kürzlich erfolgten Fertigstellung des Weges über die große Wiese und dem Anschluss an die Elisabeth-Kohn-Strasse kann dieses Problem jedoch gelöst werden. Frau Hänsgen vom KVR, sowie Herr Balleng haben bei der Begehung vereinbart, diese Wegeempfehlung auszuarbeiten und in den Schulwegplan aufzunehmen. Der Weg innerhalb des Viertels bis zur Brücke soll so genau festgelegt und sicher werden.
Frage: Man sieht immer wieder Kinder und Eltern die lieber die Ampel als die Brücke zur Überquerung der Ackermannstrasse verwenden, wurde dies auch angesprochen?
Hier ist die Empfehlung eindeutig. Auch wenn es nicht so bequem ist, der sicherste Übergang ist trotz Ampel die Brücke! Insofern ist klar, dass die Kinder angehalten werden sollen die Brücke zu benutzen. So wird es wohl auch in den Schulwegplan aufgenommen.
Frage: Es scheint aber noch mehr „Engstellen“ auf dem Weg der Kinder zur Schule zu geben?
Das ist in der Tat so. Die bisherige und auch bis dato gültige Empfehlung des KVR führt die Kinder nach der Überquerung der Brücke; die ja weit in den Olympiapark hinein reicht; zurück zur Ackermanstrasse um dann entlang der Schweren Reiter-Strasse Richtung Schule zu gehen. Eine Wegempfehlung die aus meiner Sicht nur gut ist, weil Sie zwischen zwei Aktendeckel passt. Tatsächlich gehen nämlich 100% der Kinder einen anderen Weg. Und der führt Sie direkt ins Niemandsland.
Frage: In´s Niemansland das klingt ja interesssant. Erklären Sie uns das genauer ?
Ich habe das bei der Begehung scherzhaft so bezeichnet. Nachdem die Kinder die Brücke überquert haben, befinden sie sich zunächst auf dem Grund der Olympiapark GmbH. Aber nur ungefähr 100 m. Der offizielle und in gängigen Plänen aufzufindende Weg in Richtung Theater Zelt und FC Teutonia endet dann, an den dort angebrachten rot weißen Pollern. Dahinter befinden sich zwei direkt aneinander stoßende Flurstücke die der Freistaat Bayern zum einen an die Betreibergesellschaft des Zeltes und zum anderen an den FC Teutonia verpachtet hat. Planerisch existiert der von den Kindern und anderen Passanten genutzte Weg nicht. Vielmehr wird die Benutzung von den Pächtern bis dato geduldet. Die Wegesicherungspflicht etc. liegt nach Auskunft von Herrn Jung von Freisaat Bayern Immobilien, bei den Pächtern.
Frage: Das erklärt einiges, unter anderem auch, dass der Weg in einem zunehmend schlechten Zustand ist. Die Pächter haben wahrscheinlich geringes Interesse an der Instandhaltung eines Weges der öffentlich genutzt wird. Das scheint aber nicht die kritischste Stelle zu sein, offenbar ist es die Straßenüberquerung die danach folgt, die den Eltern Sorgen macht. Dies haben wir schon öfter gehört.
Das ist in der Tat so. Die Überquerung dieser Strasse ist ein Problem. Sie ist zwar mit geringer Frequenz befahren, wenn sie jedoch befahren ist, dann zu schnell! Zu schnell für die Kinder, die zwischen Zelt und FC Teutonia unvermittelt auf die Strasse treten oder fahren. Wir haben bei der Begehung an dieser Stelle länger gestanden und über Lösungsmöglichkeiten gesprochen. Die Strasse befindet sich im Besitz des Freistaats Bayern. Grundsätzlich sind alle Beteiligten natürlich daran interessiert, dass die Kinder die Strasse sicher überqueren können.
Die entsprechenden Verkehrssicherungsmaßnamen wird, mit Zustimmung des Freistaats als Besitzer, das KVR übernehmen. Ob der geringen Überquerungsfrequenz empfiehlt sich an dieser Stelle kein Zebrastreifen, so die Erfahrung der Verkehrsplaner des KVR. Die Vertreter des KVR haben bei der Begehung jedoch zugesichert, noch vor Weihnachten eine entsprechende Beschilderung bezüglich der Geschwindigkeit, sowie auch der Kennzeichnung als Schulweg zu realisieren. Eine sehr erfreuliche Zusage wie ich finde, die sicherlich einen guten Effekt haben wird.
Auf meine Anfrage hin, hat Herr Jung, der Vertreter des Freistaat Bayern Immobilien, zugesichert, mit den Pächtern der Grundstücke über eine Befestigung des Weges entlang der Flurstückgrenze zu verhandeln; bzw. dieser zuzustimmen. Damit verbunden wäre auch eine Prüfung, wie eine Beleuchtung dieses Wegstücks möglich gemacht werden kann. Ich werde zusammen mit meinen Elternbeiratskollegen den Vorgang weiter verfolgen und forcieren.
Frage: Das klingt ja schon mal viel versprechend. Wir hoffen dass die Umsetzung nicht zu lange auf sich warten lässt. Aber der Weg ist ja nach dem Überqueren der Strasse noch nicht zu Ende. Wir haben erfahren, dass das Asylbewerberheim das entlang dem Gehweg Richtung Rosa Luxemburg Platz demnächst abgerissen wird. Damit auch die an den Gebäuden befestigte Straßenbeleuchtung.
Das stimmt. Das Heim ist bereits zu weiten Teilen verlassen und wird abgerissen. Grundsätzlich ist es so, dass auch dieser Weg kein öffentlicher Weg im üblichen Sinne ist. Er kam nach meiner Kenntnis ebenfalls auf Betreiben von Eltern und der ehemaligen Schulleitung der Gertrud-Bäumer Schule zustande. Der Freistaat Bayern ist hier ebenfalls der Eigentümer und hat damals die bestehende unkonventionelle Lösung ermöglicht, die ggF. Vorbild für die Lösung für den Weg zwischen FC. Teutonia und Theaterzelt sein könnte. Was die Wegebeleuchtung betrifft, die mit dem Abriss des Asylbewerberheimes wegfällt, hat die Stadt München bereits begonnen Alternativen zu entwickeln. Der notwendige Stromanschluss soll in Zukunft von den gegenüberliegenden; durch das Bayerische Staatsschauspiel genutzten Gebäuden; kommen. Wir sind dabei, die notwendigen Informationen zu recherchieren und auch diesen Vorgang zu begleiten.
Frage: Das klingt ja nach vielen ungeklärten Punkten. Trotzdem noch eine abschließende kritische Frage. Teile des Rosa-Luxenburg-Platz der ebenfalls auf dem Schulweg liegt, gleichen einer Matschbahn. Dies weil der Weg an den entscheidenden von den Kindern genutzten Wegen nicht befestigt ist. Gibt es nicht hier eine Möglichkeit Abhilfe zu schaffen?
Wir haben auch diese Stelle angesehen. Der Weg ist inzwischen schon tief in die Grasnarbe eingegraben. Er muss dringend befestigt werden. Kein Wunder, es sind ja ca. 130 Kinder die diesen Weg täglich mindestens 2-mal gehen oder fahren. Frau Hänsgen vom KVR hat zugesichert, eine entsprechende Anfrage an das Gartenbauamt bzw. die für den Platz verantwortliche Stelle zu machen.
Kontakt:
Zum weiterlesen:
- Stadtschulrätin Weiß-Söllner lehnt Schulbus für den Ackermannbogen ab
- Unfallschwerpunkt Am Schloss
- Grundschule an der Gertrud–Bäumer-Strasse
- Schulbus mit Fuessen
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