München, den 16. April 2007
Antrag: #
1. Der BA 4 beantragt, für das weitere Flächennutzungsplanverfahren bez. des Vollsortimenterstandortes die Variante "Nordseite des Stadtplatzes mit Westverschiebung" zugrundezulegen. Der BA 4 unterstützt damit auch die von Anwohnerinnen und Anwohnern vorgelegte Unterschriftenliste mit 487 Unterschriften für einen zentralen Supermarktstandort.
2. Die Zahl der Kundenparkplätze in der eingehausten und begrünten Garage soll auf höchstens 50 Stellplätze begrenzt werden, wie dies von Herrn Gortan (CIMA) auf dem Hearing am 28. 3. 2007 vorgeschlagen wurde. Damit wird auch dem Wunsch vieler Anwohner Rechnung getragen, die Anzahl der Kundenparkplätze zu reduzieren.
3. Um ein Verparken der Wohnumgebung im Nordwestquartier durch Fremdparker (Veranstaltungen im Olympiapark, Tollwood etc.) zu vermeiden, wird das absolute Halteverbot in der Ackermannstraße (Ostseite) von der Schwere-Reiter-Straße bis kurz vor der Abfahrt in den Spiridon-Louis-Ring aufgehoben, soweit es nicht für Baustellenverkehre erforderlich ist; an der Kreuzung Schwere-Reiter-Straße ist die "Nase" für eine Parkbucht bereits vorhanden. Um das Parken von Lastwagen, Bussen etc. auf der Innenseite der Ackermannstraße zu vermeiden, müsste das Parken allerdings auf PKWs eingeschänkt werden. So entstehen mehr als 100 Parkplätze am äußeren Rand ohne Innenwirkung.
4. Damit Fremdparker im Wohnquartier optisch abgewiesen werden, wird am Beginn des Nordastes der Elisabeth-Kohn-Straße eine Einfahrtssituation geschaffen. Besucherstellplätze werden erst ab der Höhe des Anwesens Nummer 19 geschaffen, der ev. für Ausweisung von Stellplätzen geeignete Bereich südlich davon wird begrünt.
Begründung: #
a) Vorteile des "One-Stop-Shopping" in Zentrumslage
- Die Zentrumslage ermöglicht kurze Einkaufswege für alle Bewohner und einen Einkauf des
Tagesbedarfs im Normalfall auch ohne Auto.
- Der zentrale Supermarkt ist als Frequenzgeber ein Magnet für ergänzende Angebote wie kleine
Läden, Drogeriemarkt und Gastronomie, die ohne den Publikumsverkehr nicht lebensfähig wären.
- Die Bündelung der Infrastruktur ermöglicht eine ÖV-Erschließung des gesamten Viertels mit einem
attraktiven Takt.
b) Vermeidung der Auslösung zusätzlicher Einkaufsverkehre
- 65-75 Prozent Kundschaft kommen aus dem Nahbereich statt nur 40-50 Prozent bei Südstandort, der
auf PKW-Kunden angewiesen ist.
- Es sind laut CIMA nur 200 (Spitzenzeiten: bis 350) PKW-Kunden proTag statt 500-800 PKW-Kunden
beim Südstandort zu erwarten.
- Es werden nur 50 Kundenparkplätze beim zentralen Standort statt über 100 Kundenparkplätze beim
Südstandort gebraucht.
c) Nachhaltige, gute wirtschaftliche Perspektive bei Zentrumslage
- Die Zentrumslage bietet laut CIMA eine ausreichende bis gute wirtschaftliche Perspektive.
- Die von der CIMA benannten betriebswirtschaftlichen Vorteile eines Standortes Schwere-Reiter-Str.
ergeben sich allein aus der Fremdkundenorientierung und nicht aus einer Orientierung an den
Interessen der Anwohner. Es könnte sich ggf. auch ein Problem für die noch funktionierende klein-
teilige Struktur der Läden in Westschwabing ergeben, wenn sich durch die autogerechte Lage neue
Einkaufsgewohnheiten herausbilden.
- Beim Südstandort wurde bisher nicht einberechnet, dass hier aufgrund der höheren Stellplatzanfor-
derungen eine zweistöckige Tiefgarage mit erheblich höheren Investitionskosten notwendig wird, die
die Miete für den Betreiber erhöhen wird. Dies müsste gegengerechnet werden.
- Die Verkaufsfläche von ca 1500 qm ist sinnvoll, da kleinere Größen entweder den Standard mit brei-
ten Gängen etc. nicht ermöglichen würden oder das Sortiment keine Magnetfunktion entfalten würde.
Kleinere Größen wären laut CIMA wirtschaftlich anfälliger; die Nachfolge sei dann ggf. ein nicht
gewünschter Discounter.
d) Vorteile der Westlage gegenüber der Amtslösung
- Die Westlage ermöglicht für im Westen des Nordwestquartiers wohnende Grundschüler einen Schul-
weg zur Gertrud-Bäumer-Schule ohne Querung von Einkaufsverkehren.
- Auf der Ostseite des Supermarktes könnte eine Grünachse erhalten bzw. ergänzt werden, auf der
Westseite könnte die bestehende Grünachse von Süden her nach Norden weitergeführt werden.
- Die städtebauliche Einpassung in den Preisträgerentwurf von Architekt Vogel im Städtebaulichen Ideenwettbewerb gelingt besser (Weiterführung der westlichen Gebäudekante vom "Bürgerbau" -Gebäude), weiterhin wird die Linienführung der Straßen besser aufgenommen.
- Bezüglich der Westseite des Stadtplatzes wird mit der Rückkehr zu einem grünen Platzabschluss ein
Vorschlag des Forums "Schwabing am Olympiapark aufgenommen. Diese Lösung bietet auch bes-
sere Möglichkeiten, einen Gastronomiebetrieb unterzubringen.
Mit freundlichen Grüßen
gez. Herr Dr. Klein, gez. Herr Haider
Quelle: RIS