Bürgerversammlung Schwabing-West: Ellen Draxel berichtet
Ackermannbogen dominiert die Diskussion
Der Ackermannbogen spaltet den Stadtbezirk 4. Der Unmut vieler bei der Westschwabinger Bürgerversammlung gipfelte in einem zunächst mit Beifall goutierten Antrag Johann Röschs, man solle für die Probleme des Ackermannbogens doch eine eigene Bürgerversammlung abhalten. Sieben Anträge betrafen allein das Neubauviertel. Dass Röschs Vorschlag von den rund 150 Stimmberechtigten schließlich mit großer Mehrheit abgelehnt wurde, lag an der Intervention Walter Kleins (SPD). „Der Ackermannbogen ist ein Teil von Schwabing-West”, sagte der Bezirksausschussvorsitzende. „Bei der Planung eines Neubaugebietes wird oft etwas mehr diskutiert, aber das relativiert sich.”
Debattiert wurde vor allem die Lage des geplanten Supermarktes für das Neubauviertel. Nachdem der Stadtrat entschieden hatte, den Vollsortimenter nun doch im Zentrum und nicht, wie ein Jahr zuvor beschlossen, im Süden an der Schweren-Reiter-Straße anzusiedeln, war mit hitzigen Kommentaren zu rechnen. Matthias Wanckel, der den Umschwung mit seinem Antrag bei der letztjährigen Bürgerversammlung initiiert hatte, freute sich: „Das Ergebnis ist ein schönes Beispiel, dass Anträge von Bürgern Erfolg haben können.” Dagegen warf Julian Franke-Raithel dem BA-Vorsitzenden vor, „die Demokratie zu beugen”, weil er gewartet habe, bis der Pulverdampf verflogen sei, um dann mit einem erneuten Antrag aufzuwarten.
Er vollziehe nur das Votum seines Gremiums, entgegnete Klein, und das habe im Mai entschieden, dem Vorstoß Wanckels zu folgen. Damit sich der neue Supermarkt gut ins Umfeld einfügt, stimmte die Mehrheit der Bürger für einen Antrag von Gerhard Groos. Danach soll das Planungsreferat das Areal im Flächennutzungsplan als allgemeines Wohngebiet und nicht als Kerngebiet festsetzen. Auch die Idee Gerd Schnaars, die Erschließungsstraße von der Elisabeth-Kohn-Straße bis zur Tiefgarageneinfahrt des Supermarktes als Spielstraße auszuweisen, fand Zustimmung*). Ebenso wie die Anregung Christiane Feusers, diese Strecke mit Bäumen zu bepflanzen.
Die Bitte Rainer Schmidts, zu prüfen, ob ein Beachvolleyballplatz am Ackermannbogen denkbar sei, wurde zwar von den Anwesenden mitgetragen. Gottfried Hofmann vom Baureferat Gartenbau räumte dem Vorstoß aber geringe Chancen auf Erfolg ein: „Der Aufwand ist zu groß.” Die Zustimmung der Bürger fand außerdem das Anliegen Michael Bergers, den Stadtwald am Ackermannbogen als hundefreie Zone auszuweisen. Die letzte Eingabe den Ackermannbogen betreffend kam von Thomas Jebsen: Er will den künftigen Bewohnern an der Schwere-Reiter-Straße Lärm ersparen und plädierte daher erfolgreich für eine Blockrandbebauung mit ruhigen Innenhöfen.
Beifall und fast einstimmige Beschlüsse erhielten die einzigen beiden Anträge, die nicht das Neubauviertel betrafen. Zum einen die Bitte Petra Wanckels, die Ampelschaltung an der Ecke Herzog-/Schleißheimer Straße von 14 auf 30 Sekunden zu verlängern. Derzeit sei die Phase so kurz, dass die Schulkinder die Straße nur bis zur Insel überqueren könnten. Bis die Schaltung geändert sei, solle ein Lotse oder Polizist Hilfe leisten. Auch der Antrag Anke Huffs zielt auf die Verkehrssicherheit: für die Schüler des Willi-Graf-Gymnasiums. Sie wünscht einen kombinierten Rad-/Gehweg auf der Westseite der Borschtallee.
© bei Ellen Draxel
*) Korrektur:
Der Bürgerantrag von Gerd Schnaars betrieft die Zone östlich der Zufahrt zum Supermarkt, in Richtung der Großen Wiese.
Siehe auch Buergerversammlung 2008.