Rosa Aschenbrenner#
Rosa Aschenbrenner (* 27.04.1885 in Beilngries/Oberpfalz, † 09.02.1967 in München) war seit 1908 SPD-Mitglied, wurde sie 1920 in den Bayerischen Landtag gewählt, dem sie bis 1932 angehörte. Mitglied der KPD von 1920 bis 1929. Wegen ihrer Gegnerschaft zum Nationalsozialismus wurde sie während des Dritten Reiches mehrmals verhaftet. Nach 1945 trug sie dazu bei, in München wieder ein demokratisches Gemeinwesen zu schaffen. Rosa Aschenbrenner war eine geradlinige Politikerin, die stets ihre eigenen moralischen Maßstäbe vertrat und ihnen auch treu blieb.
Sie ist Namensgeberin des Rosa-Aschenbrenner-Bogens.
Weitere Dokumentationen zur Person#
"Rosa Aschenbrenner ? ein Leben für die Politik"Günther Gerstenberg München 1998. Münchner Skizzen 12
Broschüre für 2 Euro zu bestellen beim Archiv der Münchner Arbeiterbewegung
DGB-Jugend zu Rosa Aschenbrenner#
Rosa Aschenbrenner wurde am 27. April 1885 als erstes von acht Kindern in Beilngries, Oberpfalz, geboren.Den ersten Kontakt zur Politik verdankte sie ihren Vater, der Rosa als Vorstand des katholischen Arbeitervereins zu einer Versammlung der Bayerischen Volkspartei mitnahm. Nach dem Besuch der Volksschule absolvierte sie die Sonntagsschule. Während dieser Zeit arbeitete sie als Zugehmädchen und finanzierte sich so ihren Bedarf an Kleidung und Schuhen.
Da ihre Eltern ihr keine Berufsausbildung finanzieren konnten ging Rosa nach Beendigung der Sonntagsschule als Dienstmädchen erst nach Nürnberg, später dann nach München. Rosa war dieses Leben aber nicht genug und so schloss sie sich 1908, im Alter von 23 Jahren, einem Frauen- und Mädchenbildungsverein an.
In München lernte Rosa ihren späteren Mann, den Seemann Hans Aschenbrenner kennen und lieben. Sie heirateten 1909, ein Jahr später kam ihr Sohn Hans zur Welt. Rosa und Hans Aschenbrenner eröffneten ein kleines Frisörgeschäft, das sie bis zum 1. Weltkrieg betrieben. Als Hans eingezogen wurde arbeitete Rosa als Knopflochnäherin im Heeresbekleidungsamt. Dort wurde sie, bereits 1908 der SPD beigetreten, umgehend in der Arbeiterinnenausschuß gewählt.
1917 trat sie in die USPD (Unabhänginge Sozialdemokratische Partei Deutschlands) ein und schlug sich sofort zum linken Flügel der Partei. 1919 verhaftete man sie das erste Mal. Sie hatte eine Resolution verfasst, die die Erschießung von 21 Gesellenvereinsmitgliedern verhindern sollte.
1920 wurde Rosa in den ersten Bayerischen Landtag nach dem Krieg gewählt. Zuvor hatte sie immer wieder bei öffentlichen politischen Versammlungen gesprochen. 1920 begann sie sich gewerkschaftlich zu organisieren.
1921 trat sie mit der Mehrheit der USPD in die KPD (Kommunistische Partei Deutschlands) über und wurde Delegierte des Vereinigungsparteitages von USPD und KPD im Dezember 1920. Für die KPD wurde sie 1924 erneut in den Landtag gewählt.
Im Mai 1928 verließ Roas Aschenbrenner die KPD infolge grundsätzlicher und taktischer Differenzen in Fragen der deutschen Arbeiterbewegung. Ihren Mann schloß die KPD im 1929 aus, da er sich mit seiner Frau solidarisiert hatte. Es folgten wüste Beschimpfungen und Hetzkampagnen gegen Rosa von Seiten der KPD.
Am 1. Mai 1929 wurde Rosa wieder Mitglied der SPD. Bis dahin war sie als Fraktionslose im Landtag vertreten. 1932 schied sie aus dem Landtag aus. Sowohl innerhalb als auch außerhalb des Landtags trat Rosa immer als entschiedene Nazigegnerin auf. Im Zuge der Gleichschaltung kam Rosa im März 1933 im Schutzhaft aus der sie im Juni 1933 entlassen wurde. Sie mußte sich nun zwei Jahre lang alle zwei Tage bei der Polizei melden.
1937 wurde sie wegen Abhörens fremder Radiosender und Verbreitung der Meldungen verhaftet und kam wegen hochverräterische Umtriebe für vier Monate ins Gefängnis. Das war das vorläufige politische Aus für Rosa Aschenbrenner. Sie arbeitete nun wieder als Putz- und Wascharbeiterin.
Am 17. November 1945 wurde der SPD die Wiederzulassung gewährt. Rosa Aschenbrenner war wieder von der ersten Stunde an dabei. Die Genossen machten sich sofort daran, erst ihren alten Ortsverein, dann die Partei und Gewerkschaft wieder aufzubauen. Am 30. Juni 1946 wurde Rosa in den verfassungsgebenden Landesausschuss gewählt. Von 1946 bis 1948 war sie SPD-Abgeordnete im Landtag.
Danach ging die rote Rosa in den Münchner Stadtrat. Sie engagierte sich in verschiedenen Ausschüssen: Soziales, Bauen, Kommunales, Gesundheit und Oktoberfest. Ende 1956 schied Rosa, nicht ganz freiwillig, aus dem Stadtrat aus. Sie hatte der als kommunistisch geltenden Zeitung Sozialistische Aktion ein Interview gegeben, ihr wurden kommunistische Umtriebe unterstellt.
Rosa Aschenbrenner starb im Februar 1967. In einer Sondersitzung des Stadtrates würdigte OB Hans-Jochen Vogel das Pflichtbewußtsein und das unermüdliche Streben dieser Frau nach Gerechtigkeit.
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Rosa-Aschenbrenner.JPG | 10.3 kB | 1 | 14-Jul-2008 23:11 | Nicht angezeigt | Rosa Aschenbrenner |