Nur pubertierender Unfug oder doch schon Problemkinder ?
Kinder und Jugendliche in der Ackermannbogen-Nachbarschaft

Genau wird es keiner feststellen können ! Oft sind auch die Grenzen fließend. Was kann man tolerieren und wo hört der Spaß auf? Das sind berechtigte Fragen die man sich stellen muss und versuchen zu beantworten.

Zu einfach wäre es, einfach wegzuschauen, das will keiner von uns. Aber gleich den angestellten Unfug zu „kriminalisieren“, wäre wohl auch etwas zu voreilig.

Lass mich eine mit ihnen erlebte Begebenheit schildern, die mich Mühe kostete nicht zu lachen: Da turnte einer der „Mittelgroßen“ vor meiner Nase auf dem Müllhäuschen herum zum großen Vergnügen der Kleineren und lies seine coolen Sprüche ab.

Als ich versuchte, ihm in ganz sachlich-ruhigem Ton klarzumachen, dass das nicht nur gefährlich ist durch herunterfallen und sich etwas zu brechen, sondern auch unser Dach beschädigt werden kann, weil das Blech dünn ist und undicht werden kann, und die Reparaturen teuer sind, erhielt ich zur Antwort mit einem feixenden Gesicht: „Opa, ich habe’ dich liiiieb“ !

Da ist man erstmal perplex. Schlagfertigkeit gepaart mit zweifellos entwaffnenden Witz! In Gedanken stellte ich mir blitzartig seine Klasse vor und vorn seinen Lehrer, den Armen - was macht der, wenn dem so was widerfährt !? Seine Autorität ist dahin.

Aber es zeugt auch, dieser Junge ist nicht „doof“ schlechthin. Aus dem kann sogar mal was Gutes werden, wenn er in die richtigen Bahnen gelenkt wird. Natürlich waren meine Bemühung dem etwas zu erklären, erstmal kläglich gescheitert. Meine Worte prallten an ihm ab, wie ein Wassertropfen an einer Lotusblüte.

Es ist zweifellos das Problem dieser Kinder und Jugendlichen zu erkennen, wo es bitterernst wird und keinesfalls mehr spaßig ist, nämlich dann, wenn es in Sachbeschädigung bzw. Tätlichkeiten übergeht. Ich gebe zu – und wenn ich mich recht erinnere – mir ging es ebenso. Sie kennen die Grenzen nicht. Es muss ihnen beigebracht werden, auch wenn es schmerzt z.B. die Eltern zur Kasse bitten wenn es um Sachbeschädigung geht, die ihnen dann hoffentlich mit entsprechenden Maßnamen wie Taschengeldentzug und wieder reinarbeiten lassen, den Wert des Schadens klarzumachen versuchen. Manchmal muss es wehtun, um einen Fehler nicht zu wiederholen.

Aber auch das ist leicht gesagt: Erst mal muss man sie dingfest machen können, und das ist wohl das Schwerste (ein Kamera kann da helfen), aber selbst dann ist noch keinesfalls sichergestellt, dass es in eine positive Richtung gelenkt wird, da man die Eltern nicht kennt und man auch vermuten muss, dass es denen völlig egal ist, oder sie nicht mehr mit ihren Kindern fertig werden, oder schlimmstenfalls, sie echte Asoziale sind. Wer weiß das schon? Das wäre wirklich bitter.

Dass wir in einer „feinen Gegend“ wohnen, wäre wohl übertrieben. Damit das aber nicht schlimmer wird, sollte uns wachsam sein lassen.

Trotzdem bin ich der Meinung, es sind „nur“ eine „handvoll“, die dingfest zu machen und irgendwie zu belehren möglich sein müsste, notfalls mit fremder (polizeilicher) Hilfe.

Müssen wir wirklich gleich so „schwere Geschütze“ auffahren und uns mit neuen zusätzlichen Türen verrammeln ? Es ist ja nicht nur eine Kostenfrage. Gegen echten ausgebufften Vandalismus sind selbst die dicksten Türen machtlos – das sollte uns immer klar sein.

Vielleicht sollte man doch noch einen anderen Weg zu finden versuchen, oder? Hier ist meine ich, Besonnenheit gefragt.

Kontakt:
Theo Richter

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