2008 >> Forum Quartiersentwicklung im Ackermannbogen e.V.
"Zwei Nachbarschaftseinrichtungen sind zu viel"
Bündelung der Kräfte: Wagnis e.V. und das Forum Schwabing am Olympiapark wollen sich zusammenschließen
Die Vereine Wagnis e.V. und „Forum Schwabing am Olympiapark” wollen sich gemeinsam neu formieren. Am kommenden Dienstag, 29. April 2008, wird der Vorstand von Wagnis seine Mitglieder bitten, der Satzung des künftigen „Nachbarschaftsvereins Ackermannbogen”, wie die Organisation danach heißen könnte, zuzustimmen. Die Aktiven des Forums hatten die neue Ausrichtung bereits unter der Bedingung gebilligt, dass Wagnis e.V. sich deutlich von der Genossenschaft Wagnis absetzt und mehr den Interessen des Viertels öffnet. Die neue Satzung war dementsprechend von beiden Vereinen erarbeitet worden. Läuft alles glatt, wird Wagnis e.V. umbenannt und das Forum als Projektgruppe im neuen Quartiersverein aufgehen. In den Vorständen hofft man, durch das Zusammengehen die Kräfte in Zukunft besser bündeln zu können. „Zwei Nachbarschaftseinrichtungen sind zu viel”, findet Forum-Vorstand Erich Jenewein. Man verzettle sich ständig, statt den stetig steigenden Anforderungen an Angeboten und Inhalten im Bereich der Nachbarschaft gerecht werden zu können. Sinnvoller sei es, das ehrenamtliche Engagement auf mehrere Schultern zu verteilen.
Michael Außendorf von Wagnis e.V. sieht das ähnlich: „Wir können uns so eine Menge Arbeit ersparen.” Um alle Aufgaben bewältigen zu können, sollten sich eigenständige Arbeitsgruppen von engagierten Nachbarn bilden, die weitgehend selbständig arbeiteten. Momentan, so die Beobachtung der Leiterin der Nachbarschaftsbörse, Heidrun Eberle, „muss der Vorstand alles allein organisieren, auch die Projektarbeit”. Die Nachbarschaftsbörse kümmert sich unter der Trägerschaft von Wagnis e.V. gemeinsam mit dem zweiten Bewohnertreff in der Elisabeth-Kohn-Straße vorrangig um das soziale und kulturelle Leben im Neubaugebiet. Dagegen richtete sich das Augenmerk der Forum-Mitglieder in erster Linie auf die städtebauliche Entwicklung und die ökologischen Belange des Viertels. Eine Aufgabenteilung, die auch in Zukunft beibehalten werden soll. „Wir suchen engagierte Nachbarn für die Öffentlichkeitsarbeit, die Programmplanung, für die Organisation von Festen und Flohmärkten, für die Abrechnung und für die Mitarbeit bei unserer Zeitung”, sagt Eberle.
Wacklige Finanzierung #
Ehrenamtliches Engagement ist auch deshalb gefragt, weil Ende vergangenen Jahres die städtische Anschubfinanzierung für die seit drei Jahren etablierte Nachbarschaftsbörse ausgelaufen ist. Damit kann Eberles Halbtagesstelle aus diesem Topf nicht mehr finanziert werden. „Wir erhalten noch für drei Jahre einen Mietkostenzuschuss und die Finanzierung für eine 400-Euro-Stelle”, erklärt die Chefin der Nachbarschaftsbörse. Um alle bisherigen Angebote weiter betreuen zu können, reiche das aber nicht aus. „Mein Stellenzuschuss läuft momentan aus den Mitteln des Bewohnertreffs II”, sagt sie. Dieser hatte im vergangenen Jahr, ebenso wie seinerzeit die Nachbarschaftsbörse, eine dreijährige Subvention bis zur Übernahme in die Selbstverwaltung zugesichert bekommen.Die Schonfrist gilt also noch bis 2010 – spätestens dann sind auch diese Gelder erschöpft. „Danach muss der Verein so potent sein, um eine Teilzeitkraft bezahlen zu können – oder wir schmeißen den Laden in bürgerschaftlichem Engagement”, so Eberle. Immer vorausgesetzt, die Mitglieder votieren für den neuen Quartiersverein.
© bei Ellen Draxel
Kontakt:
Ellen Draxel
Stadtteil-Reporterin

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