Stadtratsanfrage zur Nachnutzung der Berufsschule für Medienberufe#
Anfrage Stadträtin Sabine Krieger (Bündnis 90/Die Grünen) vom 15.11.2006 Anfrage im Detail
Antwort Stadtschulrätin Elisabeth Weiß-Söllner vom 31. Januar 2007:
Sie haben folgende Anfrage an das Schul- und Kultusreferat gestellt.
2007 wird die Berufsschule für Medienberufe in das neue Berufsschulzentrum
in der Riesstraße umziehen. Danach stehen die Räume für eine neue
Nutzung zur Verfügung. Wie in der Antwort auf einen Antrag der Stadtratsfraktion
Bündnis 90/Die Grünen/RL vom Schulreferat berichtet, soll in dem
Gebäude eine Hauptschule einziehen. In diesem Zusammenhang ist es
geplant, die Hauptschulen an der Schwindstraße und am Bayernplatz aufzulösen
und in die neue Schule zu überführen. Die Grundschulkinder des
Baugebietes Ackermannbogen sollen in der Gertrud-Bäumer-Schule und
durch Umsprengelungen in den freiwerdenden Schulen unterkommen. Angesichts
des erhöhten Bedarfs an Plätzen für Grundschüler durch das weitere
Neubaugebiet der Werkbundsiedlung stellt sich für mich die Frage, ob
die Planung einer Hauptschule am Ackermannbogen sinnvoll ist oder nicht
eine Grundschule wichtiger wäre.
Zu Ihrer Anfrage kann ich Ihnen Folgendes mitteilen.
Frage 1:
Wie sehen die Prognosen für den Grundschulbedarf für die Kinder des
Baugebietes Ackermannbogen und Werkbundsiedlung für die nächsten
Jahre aus?
Antwort:
Das Planungsreferat hat eine neue Bevölkerungsprognose erarbeitet, die
am 10.01.2007 dem Stadtrat vorgestellt wurde. Darauf aufbauend werden
gerade neue Schülerprognosen für alle Schularten für die Landeshauptstadt
erarbeitet. Danach werden kleinräumliche Schülerprognosen für
Grundschulen entwickelt.
Aus diesem Grund kann ich Ihnen zur Zeit keine konkreten Zahlen nennen.
Das Schulreferat geht nach vorläufigen Berechnungen vom Dezember
2006 des Planungsreferates davon aus, dass aus den genannten Baugebieten
2 schwache Grundschulzüge zu erwarten sind.
Frage 2:
An welche Schulen sollen die Kinder gehen?
Antwort:
Unter der Voraussetzung, dass im Baugebiet Ackermannsiedlung eine
Hauptschule eröffnet wird, ist beabsichtigt, einen Teil in der aus diesem
Grunde erweiterten Grundschule an der Gertraud-Bäumer-Straße, einen
Teil an der Grundschule Bayernplatz und – entsprechend dem heutigen
Schulsprengel – den kleinen südöstlichen Teil in der Grundschule an der
Farinellistraße zu beschulen.
Frage 3:
Wie viele Kinder sollen an welche Schule gehen?
Antwort:
Konkrete Schülerzahlen können momentan nicht genannt werden. Siehe
Antwort 1.
Frage 4:
Müssen dafür bestehende Schulen umgebaut werden?
Antwort:
Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass an den bestehenden Schulen
Umbauten erfolgen werden. Vor allem rechnet das Schulreferat damit,
dass nach Umsprengelungen an den dann reinen Grundschulen am Bayernplatz
und an der Schwindstraße die Möglichkeiten für Nachmittagsbetreuung
verbessert werden können, was zu Umbauten führen kann.
Frage 5:
Welche Kosten werden dadurch entstehen?
Antwort:
Da noch nicht feststeht, ob und welche Umbauten notwendig werden,
können Kosten nicht angegeben werden.
Frage 6:
Werden Kinder die jetzt die Farinelli-, Bayernplatz-, Schwind- und Dachauerschule
besuchen, umgesprengelt?
Antwort:
Ja. Beabsichtigt sind nach heutigem Stand mehrere Umsprengelungen.
Frage 7:
Wenn ja, wohin?
Antwort:
Diese Frage lässt sich heute noch nicht definitiv beantworten. Für geplante
Umsprengelungen sind differenzierte Untersuchungen notwendig, in denen
Alternativen von möglichen Umsprengelungen betrachtet werden und diese
dann gemeinsam mit den Bezirksausschüssen und den Vertretern der
Schulen diskutiert werden. Heute werden in enger Zusammenarbeit mit
dem Staatlichen Schulamt u. a. folgende Möglichkeiten untersucht:
Kinder aus dem heutigen Sprengel der Grundschule an der Getraud-Bäumer-
Straße (der Nordost-Teil der neuen Bebauung) sollen in die Schule am
Bayernplatz umgesprengelt werden.
Kinder aus der heutigen Grundschule an der Dachauer Straße sollen zur
Grundschule an der Schwindstraße kommen. Anderenfalls würde die
Grundschule an der Dachauer Straße die geplanten Baugebiete entlang
der Dachauer Straße bis zum Leonrodplatz nicht aufnehmen können.
Ob noch weitere sinnvolle Sprengeländerungen vorgenommen werden
müssen, kann heute nicht abschließend beurteilt werden.
Im Übrigen gehen Umsprengelungen von der Regierung von Oberbayern
aus, die beim derzeitigen Planungsstand noch nicht einbezogen wird.
Frage 8:
Woher werden die SchülerInnen für die geplante Hauptschule am Ackermannbogen
kommen? Wie groß ist der Einzugsbereich
Antwort:
Geplant ist eine Zusammenlegung der bestehenden Hauptschulen am
Bayernplatz und an der Schwindstraße am neuen Standort Ackermannstraße.
Dies ist noch nicht abschließend geklärt. Es wurden gerade vom
Planungsreferat Hauptschulprognosen für die genannten zwei Hauptschulen
erstellt, die mit dem Staatlichen Schulamt und den zuständigen Schulräten
diskutiert wurden.
Ein konkreter neuer Hauptschulsprengel ist noch nicht festgelegt. Vielmehr
werden noch weitere Planungsvarianten in den nächsten Wochen erarbeitet
und dann wieder diskutiert werden.
Frage 9:
Welche Vorteile verspricht sich das Schulreferat von der Zusammenlegung
der Hauptschulen und Auflösung der Schwind- und Bayernplatzhauptschule?
Antwort:
Das Schulreferat ist der Meinung des Staatlichen Schulamtes, dass nur
mindestens 2-zügige Hauptschulen einen vernünftigen Schulbetrieb gewährleisten
können. Als optimale Schulgröße sind 3-zügige Hauptschulen
zu betrachten. Die Differenzierung des Fachunterrichts an Hauptschulen
kann nur ab einer bestimmten Größe sinnvoll organisatorisch umgesetzt
werden. Das ist bereits heute nur unzureichend möglich und soll durch die
Zusammenlegung verbessert werden. In kleinen Hauptschulen können
nicht alle bestehenden Unterrichtsangebote des Staatlichen Schulamtes
zur Verfügung gestellt werden. Weitere vom Staatsministerium für Unterricht
und Kultus geplante Änderungen des Angebotes (z. B. noch nicht
festgelegte Module) können später auch nur in entsprechend großen
Hauptschulen umgesetzt werden.
Durch die Zusammenlegung der beiden Hauptschulen wird nach Umsprengelungen
so viel Raum in den Grundschulen frei werden, dass dort die unverzichtbaren
Nachmittagsbetreuungen eingerichtet bzw. ausgebaut werden
können (Option für Ganztagesschule).
Durch die oben genannten Umsprengelungen und weitere Maßnahmen
bzgl. der südlich benachbarten Grundschule an der Blutenburgstraße wird
eine Erweiterung der Grundschule an der Dachauer Straße vermieden.
Das Ziel einer gleichmäßigen Auslastung bestehender Grundschulen kann
somit erreicht werden.
Frage 10:
Wie viel Prozent der Hauptschüler/innen der neuen Schule am Ackermannbogen
werden nach den Prognosen des Schulreferates aus dem Wohngebiet
am Ackermannbogen und der Werkbundsiedlung kommen?
Antwort:
Es ist aus statistischen Gründen kaum vertretbar, für solche kleinen Umgriffe
Prognosen zu erstellen.
Eine Abschätzung des Übertrittsverhaltens der neuen Bevölkerung – die
noch nicht vollständig eingezogen ist – in weiterführende Schulen ist
grundsätzlich äußerst schwierig. Bei den in Arbeit befindlichen Prognosen
werden verschiedene Szenarien bzgl. des Übertrittsverhaltens durchgespielt
und somit eine Varianz möglicher Entwicklungen darstellt. Bis zur
geplanten Eröffnung der neuen Hauptschule werden weitere Informationen
über das Verhalten der neuen Bevölkerung in den Baugebieten vorliegen
und somit zur Plausibilisierung der heutigen Einschätzungen beitragen.
Quelle\Copyright: Presse- und Informationsamt der Landeshauptstadt München