Pressemitteilung des Planungsreferat vom 27.10.2006#
Am Ackermannbogen entsteht keine Shoppingmall –
Ein Lebensmittelmarkt soll die Versorgung
des Quartiers sicherstellen
(27.10.2006) Gegenüber der Darstellung in der SZ vom 26. Oktober 2006
zu den Planungen für einen Vollsortimenter am Ackermannbogen sieht
sich das Planungsreferat zu folgender Richtigstellung des Sachverhalts
veranlasst:
Ein Vollsortimenter ist keine Shoppingmall:
Der Vergleich des am zentralen Stadtplatz des Quartiers geplanten Vollsortimenters
mit dem „Koloss” Riem Arcaden ist völlig fehl am Platze,
was schon ein Vergleich der Flächengrößen zeigt: Der vorgeschlagene
Vollsortimenter soll in einer Größenordnung von 1.500 Quadratmetern
Verkaufsfläche liegen, die Riem Arcaden haben eine Verkaufsfläche von
zirka 32.000 Quadratmetern.
Die Bezeichnung „Vollsortimenter” steht für einen klassischen Supermarkt
mit einer Produktpalette mit größerer Auswahl von allen Mitteln des täglichen
Bedarfs, vom Apfel bis zur Zahnbürste.
Es geht also um die notwenige Versorgung der Bevölkerung im neuen
Stadtquartier am Ackermannbogen und der näheren Umgebung mit
Lebensmitteln – und nicht um ein Kaufhaus, nicht um eine Shoppingmall,
nicht um ein „Kommerzmonstrum”.
Das neue Stadtquartier braucht einen lebendigen Mittelpunkt:
Das neue Stadtviertel im Westen Schwabings wird einen zentralen Quartiersplatz
bekommen, der immerhin zirka halb so groß wie der Marienplatz
ist. Einige kleine Läden werden nicht ausreichen, um genügend Menschen
dorthin zu locken und einen lebendigen Quartiermittelpunkt zu erzeugen.
Man mag sich vielleicht dörfliche Marktstrukturen wünschen, die Realität
zeigt aber, dass sich kleine Geschäfte und Cafés nicht halten können ohne
einen großen Laden, der ihnen die Laufkundschaft sichert. Genau diese
Mischung soll hier angeboten werden: Ein attraktiver Lebensmittelmarkt
als Magnet kombiniert mit kleineren Geschäften und Gastronomie. Diese
Kombination ist nur möglich, wenn der Lebensmittelmarkt am Stadtplatz
liegt, und nicht an der Schwere-Reiter-Straße. Wir wünschen uns auch,
dass der Lebensmittelmarkt von allen Bewohnerinnen und Bewohnern
des Quartiers zu Fuß erreichbar ist, auch hierfür ist die Lage am Stadtplatz
ideal.
Der Stadtplatz in der Mitte des Quartiers ist übrigens auch nicht „baumlos”,
dort wird üppiger Baumbestand erhalten. So bleibt auch die grüne autofreie
Verbindung von Schwabing nach Westen bis zur Fußgänger- und
Radfahrerbrücke selbstverständlich erhalten.
Über die Planungen wird in demokratischen Verfahren entschieden:
Die Rahmenplanung auf der Basis des Wettbewerbsentwurfs vom Architekturbüro
Vogel + Brunninger wurde durch Beschluss des Stadtrats zur
Grundlage der weiteren Planungsverfahren gemacht. Alle weiteren Planungsschritte,
auch die Abänderungen des Rahmenplanes, die aus unterschiedlichen
sachlichen Zwängen notwenig waren, wurden in den einzelnen
Bebauungsplanverfahren nach öffentlicher Beteiligung der Bürgerinnen
und Bürger durch den Stadtrat beschlossen.
Auch jetzt wird eine Entscheidung zum weiteren Vorgehen dem demokratisch
gewählte Entscheidungsgremium, dem Münchner Stadtrat, am 8.
November 2006 vorgelegt – und zwar frühzeitig und noch vor den erforderlichen
Beschlüssen im Bebauungsplanverfahren für diesen letzten Bauabschnitt
am Ackermannbogen. In der Beschlussvorlage für die Stadtratssitzung
werden alle Ergebnisse der umfangreichen Prüfung der unterschiedlichen
Standorte für den Lebensmittelmarkt aufgezeigt. Der Stadtrat wird
auf dieser Grundlage über das weitere Vorgehen entscheiden.
Quelle\Copyright: Presse- und Informationsamt der Landeshauptstadt München