Auf einem dreieckigen Grundstück zwischen Schwere-Reiter-Strasse, Infanterie-Strasse und Barbarastraße wurde 1909/1910 eine Kleinwohnungssiedlung für Angehörige des Bekleidungsamtes des I. bayerischen Armeekorps am Oberwiesenfeld errichtet: Die Barbarasiedlung. Der Entwurf stammte von den Bauräten Beetz und Besold. Beetz plante gemeinsam mit Georg Zeiser auch das im neubarocken Stil erbaute Offizierskasino (1901/1902) an der Ecke Winzerer-/ Schwere-Reiter-Straße.

Die heute unter Ensembleschutz stehende Barbarasiedlung ist das früheste und einzige Beispiel des geförderten Kleinsiedlungsbaus in München und des sozialen Wohnungsbaus der bayerischen Armee: Um 1900 fehlten in München bezahlbare Wohnungen für ärmere Bevölkerungsschichten. Der Bau von sogenannten Kleinwohnungen wurde so zu einer großen Aufgabe der damaligen Wohnungspolitik.

Die Kleinfamilienhäuser sind erdgeschossig mit Giebel- bzw. mit hohen Walmdächern, z. T. mit Fachwerk. Trotz der unterschiedlichen Hausgruppierungen wirkt die Siedlung in sich architektonisch geschlossen. Verbindende Elemente sind die Grünanlagen mit den eingezäunten Vorgärten und Nutzgärten. Hier zeigt sich der Einfluss der „Deutschen Gartenstadt-Gesellschaft (DGG)“, deren Ziele es vor allem waren, ein gesundes Wohnumfeld mit weiträumiger und niedriger Bauweise zu schaffen sowie die Umsetzung des genossenschaftlichen Prinzips: „Grund und Boden bleibt in der Gemeinschaft, der Wertzuwachs – die Bodenspekulation - wird damit vermieden“. Der erste Vorsitzende der DGG war übrigens Gustav Landauer.

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