Am Stadtwald: Lärmteppich vor dem Wohnzimmer
„Das Skateboardfahren macht denselben Lärm wie ein Laster, der Kieselsteine ablädt.” Anschaulich und nüchtern erzählt Sylvia Lukas den Bürgervertretern im Westschwabinger Bezirksausschuss, was vor ihrer Haustür am Rosa-Aschenbrenner-Bogen los ist. Zum einen die Skateboarder. Bis 21 Uhr vollführten die Jugendlichen Tag für Tag lärmintensive akrobatische Sprünge auf Beton direkt vor ihrem Wohnzimmer, erzählt sie. Ihre Nachbarn, ältere und zum Teil gehbehinderte Menschen, könnten wegen des Krachs ihren Balkon nicht mehr benutzen. „Natürlich haben wir versucht, mit den Kindern zu reden”, sagt Lukas, „aber dann kriegen wir nur zu hören, das sei unser Problem und außerdem ein öffentlicher Weg.”
BA-Mitglied Peter Seefeldt (SPD) wohnt an derselben Ecke des Rosa-Aschenbrenner-Bogens und kann das Skateboardfahren zwar grundsätzlich, „aber nicht in der Häufung” bestätigen. Auf Initiative der Polizei hat der zuständige Bauträger inzwischen zugesagt, das Skateboarden zu unterbinden.
Die andere Lärm- und Gefahrenquelle sind die Autos. „Der fünf Meter breite Fahrradweg wird zunehmend als Durchfahrtsstraße genutzt”, so sowohl Lukas’ als auch Seefeldts Beobachtung. Das sei umso riskanter, als auf dem Weg auch Kinder spielten. Um dieser schleichenden Vereinnahmung Einhalt zu gebieten, will das Stadtteilgremium jetzt Straßenschilder und zwei Pflanzkübel als Stopper aufstellen lassen. Die Polizei werde außerdem die Zone überwachen, „sowohl in Zivil als auch uniformiert”, versicherte der Leiter der Polizeiinspektion 43, Roland Helmig.
© bei Ellen Draxel
Zum Weiterlesen#
- Bürgerversammlung 2009 fordert den Bau eine Skateboard-Anlage >>>
- Krach auf vier Rollen. Schwabinger Seiten vom 6.5.2008 (im Internet
)
- Diskussionsforum zum Thema